Receptal 4 Mikrogramm/ml
Injektionslösung für Tiere
Bezeichnung des Tierarzneimittels
Receptal 4 Mikrogramm/ml Injektionslösung für Tiere
Zusammensetzung
Jeder ml enthält:
Wirkstoff:
Buserelin 4 Mikrogramm (entsprechend 4,2 Mikrogramm Buserelinacetat)
Sonstige Bestandteile:
Benzylalkohol 20 mg
Klare, farblose Lösung.
Zieltierart(en)
Rind (Kuh, Färse), Pferd (Stute), Kaninchen (weiblich), Schwein (Sau, Jungsau) und Forelle.
Anwendungsgebiet(e)
Rinder (Kühe, Färsen):
- Behandlung von Fruchtbarkeitsstörungen im Zusammenhang mit Follikelzysten.
- Induktion und Synchronisation von Östrus und Ovulation in Kombination mit Prostaglandin F2α (PGF2α) oder dessen Analoga, mit oder ohne Gestagene, im Rahmen eines terminorientierten künstlichen Besamungsprotokolls.
- Verbesserung der Konzeptions- und/oder Trächtigkeitsrate bei Kühen mit geringer Fruchtbarkeit während der Lutealphase nach künstlicher Besamung.
Pferde (Stuten):
- Induktion der Ovulation und Verbesserung der Konzeptions- und/oder Trächtigkeitsrate.
Schweine (Jungsauen, Sauen):
- Induktion der Ovulation nach Östrussynchronisation im Rahmen eines Besamungsprogramms.
Kaninchen (weiblich):
- Induktion der Ovulation und Verbesserung der Konzeptionsrate.
Forellen:
- Erleichterung des Abstreifens von Laich.
- Reduktion der Sterblichkeit nach dem Abstreifen.
Gegenanzeigen
Nicht anwenden bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile.
Besondere Warnhinweise
Besondere Warnhinweise:
Die Behandlung mit einem GnRH-Analogon behebt nicht die zugrundeliegende(n) Ursache(n) der Fruchtbarkeitsstörung.
Rückstände von Alkohol und Desinfektionsmitteln können die Wirksamkeit von Buserelin beeinträchtigen. Daher ist darauf zu achten, dass die Haut und/oder der Stopfen des Fläschchens nach der Desinfektion vollständig trocken sind, bevor sie durchstochen werden.
Rinder (Kühe, Färsen):
Rinder mit einem kurzen Intervall zwischen Abkalbung und Besamung (< 60 Tage), einem niedrigen Body Condition Score oder hoher Laktationszahl können nach einem Standard-Synchronisationsprotokoll eine geringere Trächtigkeitsrate aufweisen (siehe Abschnitt „Dosierung für jede Tierart, Art und Dauer der Anwendung“.). Es kann nicht gewährleistet werden, dass sich alle Kühe, die gemäß Protokoll synchronisiert wurden, zum Zeitpunkt der künstlichen Besamung im Östrus befinden. Die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung kann höher sein, wenn sich die Kuh zum Zeitpunkt der Besamung im Östrus befindet.
Schweine (Sauen, Jungsauen):
Die Anwesenheit eines Ebers zum Zeitpunkt der künstlichen Besamung wird empfohlen.
Die Tiere sollten vor der Besamung auf Anzeichen von Brunst untersucht werden.
Eine negative Energiebilanz während der Laktation kann mit der Mobilisierung von Körperreserven verbunden sein, was zu einem starken Rückgang der Rückenfettdicke (mehr als etwa 30 %) führen kann. Bei diesen Tieren können Östrus und Ovulation verzögert sein, und sie sollten individuell betreut und besamt werden.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die sichere Anwendung bei den Zieltierarten:
Eine Infektion kann auftreten, wenn anaerobe Bakterien am Injektionsort in das Gewebe eindringen, insbesondere nach intramuskulärer Injektion. Aseptische Techniken sollten bei der Injektion des Tierarzneimittels angewendet werden.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für den Anwender:
Buserelin kann die Reproduktionsfunktion beeinflussen, da es sich in Labortieren als fetotoxisch erwiesen hat.
Frauen im gebärfähigen Alter sollten dieses Tierarzneimittel mit Vorsicht anwenden. Schwangere Frauen sollten das Tierarzneimittel nicht verabreichen.
Bei der Verabreichung des Tierarzneimittels ist darauf zu achten, Augen- und Hautkontakt oder eine versehentliche Selbstinjektion zu vermeiden.
Bei versehentlichem Augenkontakt gründlich mit Wasser spülen.
Bei versehentlichem Hautkontakt die betroffene Stelle unverzüglich mit Seife und Wasser abwaschen.
Bei versehentlicher Selbstinjektion ist unverzüglich ein Arzt zu Rate zu ziehen und die Packungsbeilage oder das Etikett vorzuzeigen.
Personen mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber GnRH-Analoga, Benzylalkohol oder einem der sonstigen Bestandteile sollten den Kontakt mit dem Tierarzneimittel vermeiden.
Trächtigkeit und Laktation:
Die Sicherheit des Tierarzneimittels wurde während aller Stadien der Trächtigkeit bei den Zieltierarten nicht nachgewiesen.
Das Tierarzneimittel ist für die Anwendung bei weiblichen Tieren zum Zeitpunkt der Paarung oder Besamung vorgesehen. Die Anwendung während der Lutealphase (nach der Ovulation) wird sowohl bei laktierenden als auch nicht laktierenden Tieren als sicher angesehen.
Überdosierung:
Keine bekannt.
Wesentliche Inkompatibilitäten:
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Tierarzneimittel nicht mit anderen Tierarzneimitteln gemischt werden.
Nebenwirkungen
Rind (Kuh, Färse), Pferd (Stute), Schwein (Sau und Jungsau), Kaninchen (weiblich), Forelle:
Keine bekannt.
Die Meldung von Nebenwirkungen ist wichtig. Sie ermöglicht die kontinuierliche Überwachung der Verträglichkeit eines Tierarzneimittels. Falls Sie Nebenwirkungen, insbesondere solche, die nicht in der Packungsbeilage aufgeführt sind, bei Ihrem Tier feststellen, oder falls Sie vermuten, dass das Tierarzneimittel nicht gewirkt hat, teilen Sie dies bitte zuerst Ihrem Tierarzt mit.
Sie können Nebenwirkungen auch an den Zulassungsinhaber unter Verwendung der Kontaktdaten am Ende dieser Packungsbeilage oder über Ihr nationales Meldesystem melden.
Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen
Traisengasse 5, AT-1200 Wien
E-Mail: basg-v-phv@basg.gv.at
Website: https://www.basg.gv.at/
Dosierung für jede Tierart, Art und Dauer der Anwendung
Art der Anwendung:
Rinder, Pferde, Schweine, Kaninchen: Intramuskuläre, intravenöse oder subkutane Anwendung.
Forellen: Intramuskuläre Anwendung, 2 cm oberhalb der Seitenlinie hinter der Rückenflosse.
Dosierung:
Rinder (Kühe, Färsen): Je nach Indikation eine Einzeldosis von 10 Mikrogramm Buserelin pro Tier (entsprechend 2,5 ml des Tierarzneimittels) oder 20 Mikrogramm Buserelin pro Tier (entsprechend 5,0 ml des Tierarzneimittels).
Pferde (Stuten): Eine Einzeldosis von 40 Mikrogramm Buserelin pro Tier (entsprechend 10 ml des Tierarzneimittels).
Schweine (Sauen, Jungsauen): Eine Einzeldosis von 10 Mikrogramm Buserelin pro Tier (entsprechend 2,5 ml des Tierarzneimittels).
Kaninchen (weiblich): Eine Einzeldosis von 0,8 Mikrogramm Buserelin pro Tier (entsprechend 0,2 ml des Tierarzneimittels).
Forellen: Eine Einzeldosis von 3 – 4 Mikrogramm Buserelin pro kg Körpergewicht (entsprechend 0,75 – 1,0 ml des Tierarzneimittels).
Rinder (Kühe und Färsen)
Behandlung von Fruchtbarkeitsstörungen im Zusammenhang mit Follikelzysten:
Verabreichung einer Einzeldosis von 20 Mikrogramm Buserelin pro Tier.
Eine Reaktion auf die Behandlung wird innerhalb von 10 – 14 Tagen erwartet. Wenn sich kein tastbares Corpus luteum entwickelt oder eine neue Zyste bildet, sollte die Behandlung wiederholt werden. Die Besamung sollte im ersten Östrus nach der Behandlung erfolgen.
Induktion und Synchronisation des Östrus und der Ovulation in Kombination mit F2α (PGF2α) oder dessen Analoga, mit oder ohne Gestagene, im Rahmen eines terminorientierten künstlichen Besamungsprotokolls:
Die Wahl des Protokolls sollte vom behandelnden Tierarzt auf Grundlage des angestrebten Ziels und der Merkmale der jeweiligen Herde oder des einzelnen Tieres getroffen werden. Die folgenden Protokolle wurden evaluiert und könnten angewendet werden:
Bei zyklischen Kühen:
Tag 0: Eine Einzeldosis von 10 Mikrogramm Buserelin pro Tier verabreichen.
Tag 7: Prostaglandin oder ein Analogon (in luteolytischer Dosierung) verabreichen.
Tag 9: Eine Einzeldosis von 10 Mikrogramm Buserelin pro Tier verabreichen.
Künstliche Besamung 16 bis 24 Stunden nach der zweiten (Buserelin)-Injektion dieses Tierarzneimittels oder zum Zeitpunkt des Östrus, falls diese früher eintritt.
Bei zyklischen und nicht-zyklischen Kühen:
Tag 0: Eine Einzeldosis von 10 Mikrogramm Buserelin pro Tier verabreichen und setzen Sie eine Progesteron-Spirale ein.
Tag 7: Die Progesteron-Spirale entfernen und Prostaglandin oder ein Analogon (in luteolytischer Dosierung) verabreichen.
Tag 9: Eine Einzeldosis von 10 Mikrogramm Buserelin pro Tier verabreichen.
Künstliche Besamung 16 bis 24 Stunden nach der zweiten (Buserelin)-Injektion dieses Tierarzneimittels oder zum Zeitpunkt des Östrus, falls dieser früher eintritt.
Alternativ:
Tag 0: Eine Einzeldosis von 10 Mikrogramm Buserelin pro Tier verabreichen und eine Progesteron-Spirale einsetzen.
Tag 7: Die Progesteron-Spirale entfernen und Prostaglandin oder ein Analogon (in luteolytischer Dosierung) sowie PMSG (400 – 500 I.E.) verabreichen.
Tag 9: Eine Einzeldosis von 10 Mikrogramm Buserelin pro Tier verabreichen.
Künstliche Besamung 16 bis 24 Stunden nach der zweiten (Buserelin)-Injektion dieses Tierarzneimittels oder zum Zeitpunkt des Östrus, falls dieser früher eintritt.
Verbesserung der Konzeptions- und/oder Trächtigkeitsraten bei Kühen mit geringer Fruchtbarkeit, während der Lutealphase nach künstlicher Besamung:
Eine Einzeldosis von 10 Mikrogramm Buserelin pro Tier 11 – 13 Tage nach der Besamung verabreichen.
Pferde (Stuten)
Induktion der Ovulation und Verbesserung der Konzeptions- und/oder Trächtigkeitsraten:
Eine Einzeldosis von 40 Mikrogramm Buserelin pro Tier am ersten Tag, an dem der Follikel seine optimale Größe erreicht hat (bestimmt durch vorherige klinische Anamnese und transrektale Untersuchungen) verabreichen.
Die Ovulation tritt in der Regel innerhalb von 24 – 36 Stunden nach der Behandlung ein; falls die Stute in diesem Zeitraum nicht ovuliert, sollte die Verabreichung wiederholt werden.
Schweine (Sauen, Jungsauen)
Induktion der Ovulation nach Östrussynchronisation im Rahmen eines Besamungsprogramms:
Jungsauen: Eine Einzeldosis von 10 Mikrogramm Buserelin pro Tier zwischen 115- und 120-Stunden nach der Östrussynchronisation mit einem Progestagen verabreichen. Eine einmalige künstliche Besamung sollte 30 – 33 Stunden nach der Verabreichung des Tierarzneimittels durchgeführt werden.
Sauen: Eine Einzeldosis von 10 Mikrogramm Buserelin pro Tier 83 – 89 Stunden nach dem Absetzen verabreichen. Eine einmalige künstliche Besamung sollte 30 – 33 Stunden nach der Verabreichung des Tierarzneimittels durchgeführt werden.
In Einzelfällen kann der Östrus 30 – 33 Stunden nach der Behandlung mit dem Tierarzneimittel nicht sichtbar sein. In solchen Fällen kann die Besamung später erfolgen, wenn Östrussymptome auftreten.
Kaninchen (weiblich)
Induktion der Ovulation und Verbesserung der Konzeptionsraten:
Eine Einzeldosis von 0,8 Mikrogramm Buserelin pro Tier zum Zeitpunkt der Paarung oder Besamung verabreichen.
Für die postpartale Besamung eine Einzeldosis von 0,8 Mikrogramm Buserelin mindestens 24 Stunden nach der Geburt, unmittelbar gefolgt von der Besamung, verabreichen.
Forellen
Erleichterung des Abstreifens von Laich und Reduktion der Sterblichkeit nach dem Abstreifen:
Eine Einzeldosis von 3 – 4 Mikrogramm Buserelin pro kg Körpergewicht an Fische im Laichzustand verabreichen. Das Abstreifen sollte 2 – 3 Tage nach der Behandlung mit dem Tierarzneimittel durchgeführt werden.
Hinweise für die richtige Anwendung
Der Stopfen kann sicher bis zu 12-mal durchstochen werden. Bei der gleichzeitigen Behandlung von Tiergruppen sollte eine Entnahmekanüle verwendet werden, die in den Flaschenstopfen eingesetzt wurde, um übermäßiges Durchstechen des Stopfens zu vermeiden. Die Entnahmekanüle sollte nach der Behandlung entfernt werden.
Wartezeiten
Rinder, Pferde
Essbare Gewebe: Null Tage.
Milch: Null Stunden.
Schweine, Kaninchen
Essbare Gewebe: Null Tage.
Forellen
Essbare Gewebe: Null Gradtage.
Besondere Lagerungshinweise
Außerhalb der Sicht und Reichweite von Kindern aufbewahren.
Nicht über 25 °C lagern.
Die Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Sie dürfen dieses Tierarzneimittel nach dem auf dem Umkarton und dem Etikett angegebenen Verfalldatum nach „Exp.“ nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.
Haltbarkeit nach dem ersten Öffnen/Anbruch der Primärverpackung: 28 Tage.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Entsorgung
Arzneimittel sollten nicht über das Abwasser oder den Haushaltsabfall entsorgt werden.
Nutzen Sie Rücknahmesysteme für die Entsorgung nicht verwendeter Tierarzneimittel oder daraus entstandener Abfälle nach den örtlichen Vorschriften und die für das betreffende Tierarzneimittel geltenden nationalen Sammelsysteme.
Diese Maßnahmen dienen dem Umweltschutz. Fragen Sie Ihren Tierarzt oder Apotheker, wie nicht mehr benötigte Arzneimittel zu entsorgen sind.
Einstufung von Tierarzneimitteln
Tierarzneimittel, das der Verschreibungspflicht unterliegt.
Zulassungsnummern und Packungsgrößen
Zulassungsnummer:
Z.Nr. 16.887
Packungsgrößen:
Faltschachtel mit 1 Durchstechflasche zu 2,5 ml
Faltschachtel mit 5 Durchstechflaschen zu 2,5 ml
Faltschachtel mit 10 Durchstechflaschen zu 2,5 ml
Faltschachtel mit 1 Durchstechflasche zu 5 ml
Faltschachtel mit 5 Durchstechflaschen zu 5 ml
Faltschachtel mit 10 Durchstechflaschen zu 5 ml
Faltschachtel mit 1 Durchstechflasche zu 10 ml
Faltschachtel mit 5 Durchstechflaschen zu 10 ml
Faltschachtel mit 10 Durchstechflaschen zu 10 ml
Faltschachtel mit 1 Durchstechflasche zu 50 ml
Faltschachtel mit 5 Durchstechflaschen zu 50 ml
Faltschachtel mit 10 Durchstechflaschen zu 50 ml
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in Verkehr gebracht.
Datum der letzten Überarbeitung der Packungsbeilage
09/2025
Detaillierte Angaben zu diesem Tierarzneimittel sind in der Produktdatenbank der Europäischen Union verfügbar (https://medicines.health.europa.eu/veterinary).
Weitere Informationen
Rezept- und apothekenpflichtig.
